Wirtschaftsinformatik
Angewandte Elektronische Datenverarbeitung


Orgeldatenbank Berlin

Langwarden, 1650

An der Forschungsstelle für Orgeldokumentation im Institut für Angewandte Informatik der TU Berlin wurde das System ORDA zur Inventarisierung und Dokumentation von Orgeln entwickelt. Gleichzeitig wurde ein Datenbestand zu Orgeln in Norddeutschland aufgebaut, um die Möglichkeiten der Orgeldokumentation zu demonstrieren.

Mit ORDA können Informationen über Orgeln, Orgelbauer und Veröffentlichungen zur Orgelbaugeschichte gespeichert und nach verschiedenen Kriterien selektiert werden. Selektierte Datensätze können verändert, ausgedruckt oder wieder gelöscht werden.

ORDA läuft unter UNIX und INFORMIX auf mehreren SUN-Workstations, die über ein Ethernet verbunden sind und an denen mehrere Entwickler und Dokumentare gleichzeitig arbeiten können. Zur Zeit sind ein Programmierer mit der Weiterentwicklung des Systems und ein Dokumentar mit der Dokumentation von Orgeln beschäftigt. Weitere Mitarbeiter sind freiberuflich tätig.

Orgeldatenbank

Die Orgeldatenbank enthält über 153.000 Datensätze zu etwa 74.000 Orgeln in aller Welt, davon über 126.000 Datensätze zu etwa 53.000 Orgeln in Deutschland, vorzugsweise Norddeutschland. Die Informationen wurden nicht nur durch Auswertung von Zeitschriften und Büchern gewonnen, sondern beruhen vor allem auf sorgfältigen Archivstudien. Die Datenbank erfüllt damit höchste Ansprüche an eine wissenschaftliche Arbeit.

In der Datenbank werden Angaben zur Entwicklungsgeschichte einzelner Instrumente gespeichert. Dies gilt nicht nur für Daten neuer Orgeln sondern auch für Veränderungen an Orgeln und beispielsweise Umsetzungen von einem Ort zu einem anderen. Die Datensätze sind Momentaufnahmen der Situation zu einzelnen Zeitpunkten, die Folge der Datensätze eines Instrumentes dokumentiert die Historie dieses Instrumentes von dem Datum seiner Entstehung bis zum heutigen Befund bzw. bis zur Zerstörung oder Beseitigung.

Von besonderer Bedeutung ist die Dokumentation von Dispositionen. Diese werden nicht als Text gespeichert, sondern berücksichtigen die interne Struktur der Orgeln (Werkaufbau, Windladenteilung, Registeranordnung auf der Windlade, Kommentare zu jedem Register). Dispositionen können zu jedem Datensatz eingegeben werden, so daß durch die zeitliche Anordnung der Dispositionen die klangliche Entwicklung der Instrumente deutlich wird.

Es ist verständlich, daß nicht alle Orgeln gleichermaßen ausführlich dokumentiert werden können. So bestehen weite Teile der Datenbank nur aus sogenannten Neubau-Datensätzen. Diese enthalten unter anderem Angaben über Ort, Baujahr, Orgelbauer, Anzahl der Manuale, Anzahl der Register, Angaben zu den Windladen und zur Traktur sowie Quellenhinweise. Einzelne Regionen wie beispielsweise Teile der Länder Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sind sehr ausführlich dokumentiert.

Die Orgeldatenbank ist als Multimedia-Datenbank geplant. Zur Zeit ist ein Archivsystem für Abbildungen im Aufbau. Außerdem sind zahlreiche Hinweise gespeichert, wo Abbildungen und Tondokumente veröffentlicht sind oder angefordert werden können.

Orgelbauerdatenbank

In der Orgelbauer-Datenbank sind zur Zeit Informationen über 6.000 Orgelbauer, 800 Orgelbaufirmen und 6.000 Orgelsachverständige gespeichert. Es ist möglich, Standardangaben zu Personen (z.B. Geburtsdatum) und Firmen (z.B. Gründungsdatum), aber auch Daten zu verschiedenen Zeitabschnitten (z.B. Lehre von ... bis ... bei ... ) zu speichern.

Die Orgelbauerdatenbank ist eine wesentliche Ergänzung der Orgeldatenbank. Die Schlüssel in den Datensätzen der Orgeldatenbank werden bei der Ausgabe selektierter Datenbestände durch Namen und Ort der Orgelbauer bzw. Orgelbaufirmen der Orgelbauerdatenbank ersetzt.

Literaturdatenbank

Die Literatur-Datenbank enthält Hinweise auf etwa 6.100 Publikationen zur Orgelbaugeschichte. Diese Datenbank wurde mit der Erfassung von Publikationen zur Orgelbaugeschichte Berlins und Brandenburgs begonnen und wird mit der Übernahme weiterer Bibliographien ständig erweitert.

Die Literaturdatenbank ist eine wesentliche Ergänzung der Orgeldatenbank. Die Literatur-Schlüssel in den Datensätzen der Orgeldatenbank können auf Wunsch bei der Ausgabe selektierter Datenbestände durch den Langtext der Literaturangabe ersetzt werden.

Selektion und Ausgabeform

Die Datenbestände können praktisch nach allen Kriterien selektiert werden, die in einem Datensatz enthalten sind. Beispiele für sinnvolle Kriterien sind Ortsname, Stadtteil, Landkreis, Konfession, Kirchenkreis, Postleitzahl, Orgelbauer, Baujahr, Zahl der Register oder Zahl der Manuale. Das Ergebnis sind verschiedenartige regionale oder chronologische Listen, also z.B. Übersichten über Orgeln in Städten oder Werkverzeichnisse einzelner Orgelbauer.

Die selektierten Datenbestände werden in eine Textdatei (Format von WORD 5.0 oder WORD 6.0) oder in ein ASCII-File umgewandelt. Die Textdatei kann als Liste auf DIN A4-Seiten oder auf Diskette ausgegeben werden. Außerdem ist eine Kommunikation über Internet möglich.

Eine Ausgabe auf ein PC-Datenbanksystem ist zur Zeit noch nicht möglich. Dagegen stellt die Eingabe von ACCESS- und WORD-Dateien kein Problem mehr dar. Textverarbeitungssysteme und Datenbanksysteme für Personal Computer können also gut zur Vorbereitung von ORDA-Datenbeständen verwendet werden.

Informationsdienst

Die Forschungsstelle für Orgeldokumentation bietet einen Informationsdienst an. Einzelpersonen oder Institutionen können durch Bestellung die in der Orgeldatenbank Berlin gespeicherten Datensätze nach unterschiedlichen Kriterien selektieren lassen und eine Ausgabe über Laser-Drucker oder Disketten als Textdatei erwerben. Jede Anfrage wird kundenindividuell bearbeitet; der Kunde erhält einen aktuellen Datenbank-Auszug. Preise erhalten Sie auf Anfrage.

Der Preis für einen Datenbankauszug auf Papier ergibt sich nach der Formel:
6,00 Euro Grundgebühr + (Anzahl der gefundenen Neubauten + 6 cent) + (Anzahl der gefundenen Datensätze * 2 cent).

Bei einer Lieferung über E-mail oder Diskette gehen die Formatierungen verloren.

Für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen ist im Dezember 2005 ein Internetdienst ORDA2015 eingerichtet worden. Hier können Sie direkt Datenbestände gegen eine geringe Gebühr einsehen und ausdrucken.
 


 

Weiterer Hinweise zu Nutzung der Datenbank finden Sie unter dem Link 

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Fortsetzung: EOI - European Organ Index und Veröffentlichungen
 
Springlade, Hauptwerk Langwarden

 
 
 
 
 

Projekte (Forschungsstelle für Orgeldokumentation)

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GdO - Gesellschaft der Orgelfreunde

Het Orgel

Kerkorgel.Pagina.nl

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